Coombs Genealogies


Discovering our American and European Ancestors

First Name Last Name
Conrad I, Count of Auxerre

Conrad I, Count of Auxerre[1, 2, 3, 4, 5, 6]

Male Abt 800 - 862  (62 years)


Personal Information    |    Notes    |    Sources    |    All    |    PDF

  • Name Conrad I  
    Suffix Count of Auxerre 
    Nickname The Elder 
    Birth Abt 800  Auxerre, Yonne, Bourgogne, France Find all individuals with events at this location 
    Gender Male 
    Death 16 Feb 862  Auxerre, Yonne, Bourgogne Find all individuals with events at this location 
    Person ID I35217  Coombs
    Last Modified 3 Nov 2024 

    Mother Hedwig, Duchess of Bavaria,   b. 757, Bavaria Germany Find all individuals with events at this locationd. WFT Est 804-874 (Age 117 years) 
    Family ID F8891  Group Sheet  |  Family Chart

    Father Welf, Count of Altdorf,   b. Abt 776, Of, Altdorf, , Bavaria Find all individuals with events at this locationd. Abt 825 (Age 49 years) 
    Mother Hedwig, Duchess of Bavaria,   b. 757, Bavaria Germany Find all individuals with events at this locationd. WFT Est 804-874 (Age 117 years) 
    Family ID F12423  Group Sheet  |  Family Chart

    Family Adelheid de TOURS, Countess of Tours,   b. Abt 802, of Tours, L-E-Lr, France Find all individuals with events at this locationd. 15 Sep 866, France Find all individuals with events at this location (Age 64 years) 
    Marriage Abt 835 

    • s:ds01.200a; ds03.736; MJ Delrieu
    Children 
     1. Hugh de BURGUNDY,   b. Abt 823, of, Burgundy, France Find all individuals with events at this locationd. 887 (Age 64 years)
     2. Conrad II, Duke of Upper Burgundy, Count of Auxerre,   b. Abt 825, Bourgogne, France Find all individuals with events at this locationd. 876, Auxerre, Yonne, Bourgogne-Franche-Comté, France Find all individuals with events at this location (Age 51 years)
     3. Conrad II, Count of Auxerre,   b. 825, , Burgundy, France Find all individuals with events at this locationd. 876 (Age 51 years)
     4. (Daughter) de BURGUNDY,   b. Abt 827, of, Burgundy, France Find all individuals with events at this locationd. Yes, date unknown
     5. Welf II, Count of Argengau,   b. Abt 835, Altdorf, Bayern, Alemannia, Ostenfrankreich Find all individuals with events at this locationd. 23 Apr 861 (Age 26 years)
     6. Judith d' AUXERRE,   b. Abt 840, Argengau, Germany Find all individuals with events at this locationd. Abt 888, Niederlahngau, Germany Find all individuals with events at this location (Age 48 years)
     7. Rudolf, Abbot Of Saint Riquier,   b. Abt 842, Germany Find all individuals with events at this locationd. Yes, date unknown
    Family ID F12421  Group Sheet  |  Family Chart
    Last Modified 2 Feb 2026 

  • Notes 

    • Count of Aargau and Auxerre

      Count in the Argenau and the Linzgau, Count of Auxerre, Lay Abbot of St Germain
      d'Auxerre

      de Linzgau, de Paris, dit Conrad Welf, 1° mari
      s: theroff.welf


      Mittelalter DE.dir\konrad_1_graf_im_linz_und_argengau_+_863.html

      Konrad I. Graf im Argen- und Linzgau
      ------------
      -16.2.863

      Sohn des Grafen Welf und der Heilwig , Tochter von Graf Isanbart
      Konrad I. war wohl mit den Vorfahren der KONRADINER verwandt und rivalisierte in Schwaben mit der Familie der UDALRICHE, der KARLS DES GROSSEN Frau Hildegard angehörte (Nachkommen der alemannischen Herzöge), löste sie als enger Berater und Vertrauter seines kaiserliches Schwagers ab und begründete den Aufstieg zur einflußreichsten Familie in Schwaben. Er wurde 833/34 mit Kaiser LUDWIG DEM FROMMEN inhaftiert und war danach Graf im Linzgau, Albgau, Rheingau, Argengau/Schussenried, Eritgau und Zürichgau und Laienabt von Auxerre und St. Germain. Er bereitete 843 mit den Vertrag von Verdun vor und war bis 859 treue Stütze von König Ludwig II. dem Deutschen gegen den französischen Neffen. Er fiel plötzlich von Ludwig ab, während didieser gerade versuchte, Frankreich zu erobern und entschied damit das Schicksal des Reiches und seiner Familie, die politisch auch so auseinanderwuchs, dass schon nach wenigen Generationen das Bewußtsein einer gemeinsamen Herkunft verloren ging. Er verlor alle Grafschaften im ostfränkischen Reich und sein Sohn verschwand weitgehend aus der Überlieferung seiner Zeit. Konrad baute in Burgund mit französischer Hilfe neue Machtpositionen aus und wurde Graf von Auxerre.
      Borgolte Michael: Seite 165-170
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      "Die Grafen Alemanniens"
      Konrad (I)
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      belegt als Lebender 830,
      belegt als Graf 834/51 X 8, 839 I 21 - 849/50/56 VII 9,
      Grafschaft am Nordufer des Bodensees 839 I 21 - 849/50/56 VIl 9, ?853 IX 24
      - Argengau 839 I 21 - 849/50/56 VII 9, ?853 IX 24
      - Alpgau (Allgäu) 839 X 13
      - Linzgau ?844 IV 5, 844 IX 11
      - ?Rheingau ?853 IX 24,
      Bereich der Alaholfsbaar 839 Vi 20,
      belegt als Verstorbener + nach 862)
      Belege mit comes-Titel:
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      W II Nr. 417 (auch mit dux-Titel), W I Nr. 378, WUB I Nr. 102 (= BM Nr. 994), W I Nrn. 380f., W II Nrn. 390, 392,443,450, Walahfridi Strabi Carmina 387 Nr. XXXVII, W II Nr. 424, D Ldl Nr. 103 (= W II Nr. 479, Clavadetscher-Staerkele, Dorsualnotizen 110f.), ? Necrologium monasterii sancti Galli 481 ad. 21.9. (= St. Galler Todtenbuch 53)
      Belege ohne comes-Titel:
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      Das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau 98A2, Walahfridi Strabi Carmina 369 Nr. XXI, ? Liber Viventium Fa-bariensis pag. 165 (= Piper, Libri Confrat. 393 col. 154, 3)
      Literatur:
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      Stälin, Geschichte I 327f.,331 - Dümmler-Wartmann, St. Galler Todtenbuch 68 - Meyer von Knonau, Geschlechtskunde 76f. - Baumann, Gaugrafschaften 43,76 - Ders., Allgäu I 181 - Dümmler, Ostfrk. Reich I 129,442 - Knapp, Buchhorner Urkunde 206f.,213f., 225f. - Sepp, Stammbaum 1 A. 2 - Bauer, Gau und Grafschaft 96 A. 30 - Tellenbach, Königtum und Stärnme 53 Nr. 33b - Jänichen, Baar und Huntari 121,130,137f., Tafel: "Die Grafen der Baaren" im Anhang - Tellenbach, Welfen 336-340 - Fleckenstein, Welfen 90,93 A. 123,96,109,116 A. 248,119-124,131,134 - Wollasch, Auxerre 191, 206,208f. mit A. 112,211 - Vollmer, Etichonen 168f. - Schmid, Königtum, Adel und Klöster 288f.,308 - Ders., Welfisches Selbstverständnis 406-408 - Metz, Heinrich "mit dem goldenen Wagen" 158f. - Schulze, Grafschaftsverfassung 83f.,102,121f.,135,141 - Bilgeri, Geschichte Vorarlbergs I 73,75,86 - Borst, Pfalz Bodman 186f., 195f. - Jordan, Heinrich der Löwe 2f.,295 - Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens, Kapp. V.4, VIII
      Aus der Zeit von 839 bis ca. 849/56 sind im St. Galler Urkundenbestand acht cartae Überliefert, die in der Grafenformel den Namen Chunaradus, Chuonratus etc. bieten. Die zeitliche und räumliche Nachbarschaft dieser Belege rechtfertigt die Annahmhme, dass es sich je um eine und dieselbe Person gehandelt hat. Nach einigen Urkunden mit einer Lokalisierung der Tradita war Konrad Graf im Argengau (Nr. 450; für einen Teil der Tauschobjekte Nr. 381), im Linzgau (Nr. 390) und im Alpgau (Allgäu: Nr. 380).
      Dem Argengau muß auch der Güterort Mitten in Nr. 378, dem Linzgau Teuringen in Nr. 392 (vgl. Nr. 390) angehört haben. Lauterach, das in Urkunde 424 neben Altstätten, in Nr. 443 allein erscheint, wurde früher dem Rheingau (Baumann, Gaugrafschafteen 46; Meyer von Knonau, Rheingau 212f.; Knapp 203, 207), neuerdings aber dem Argengau zugerechnet (Bilgeri, Besiedlung 9-11; Ders., Geschichte Vorarlbergs I 75, 270 A. 142); wenn sich der Beleg Konrads in Nr. 424 auch auf Altstätten bezieht, ist Konrad aufgrund der Urkunde allerdings doch als Graf im Rheingau zu betrachten. Neben dem Linz- und Argengau bildete der Alpgau (und gegebenenfalls auch der Rheingau) nachweislich seit Konradeinen Bestandteil der Grafschaft am Nordufer des Bodensees (s. Borgolte 194 zum möglichen Datum der Einbeziehung des Alpgaus in die Bodenseegrafschaft). Einen frühen Beleg für Konrad enthält offenbar eine Schenkungsurkunde LUDWIGS DES FROMMEN für Reichenau vom 20. Juni 839 (WUB I Nr. 102). Das Inselkloster erhielt vom Kaiser unter anderem quandam partem census seu tributi, quae nobis annuatim ex Alamannia persolvebantur, videlicet ex centena Eritgaouua nancupatam et ex ministerio Chuonradi comitis. Die Parallestellung der Wendungen ex ccentena Eritgaouua und ex ministerio Chuonradi comitis läßt sich wohl nur so verstehen, dass Konradim Eritgau amtierte; aus dem Text geht aber nicht hervor, dass die Centene mit dem ministerium Konrads voll identisch war (vgl. Bauer, Schulze 135, Jänichen 121, s. Borgolte, Kap. V.4; s. a. Art. RABAN).
      Der erste der zitierten Nachweise Konrads stammt vom 21. Januar 839 (Nr. 378). Er betrifft die Gegend um Wasserburg am Bodensee, in der vielleicht noch am 23. November des Vorjahres Ruachar (I, II) belegt ist. Diese Konstellation hat zu der Annahme geführt, dass die Einsetzung Konrads mit dem von LUDWIG DEM FROMMEN erzwungenen Rückzug Ludwigs des Deutschen nach Bayern am 7./10.1.839 (Dümmler, I 128, BM Nr. 984e) zusammenhing (Meyer von Knonau, Geschlechtskunde 76f.; Dümmler I 129; Knapp 225); aus einem an Walahfrid Strabo gerichteten Brief scheint hervorzugehen, dass Konrad allerdings schon im Frühjahr 838 als Graf in Alemannien vorgesehen war (zu Formvlae 368 Nr. 7 s. Schmid, Königtum, Adel und Klöster 287-289 und Art. ATO I; zur Alemannienpolitik LUDWIGS DES FROMMEN Ende der 30-er Jahre allgemein s. Borst, Pfalz Bodman 187; Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 193). Da der Konflikt zwischen dem Kaiser und seinem Sohn auf den Streit um die künftige Steellung KARLS DES KAHLEN zurückging, vermutete man in der Forschung, Konrad müsse mit dem gleichnamigen Bruder der Kaiserin Judith identifiziert werden, also als Sohn Welfs (I) ein WELFE gewesen sein.
      Dieser Konrad hatte bereits 830 das Schicksal Judiths geteilt, als die zweite Gemahlin LUDWIGS DES FROMMEN durch die Anhänger Pippins von Aquitanien vom Hofe vertrieben und vorübergehend in Klosterhaft gegeben wurde (Annales de Saint-Bertin 2 ad a. 830; Thegan, Vita Hludowici 597 cap. 36; Nithardi Historiarum libri IIII 3 cap. I, 3; Tenberken, Die Vita Hludowici Pii auctore Astronomo 155 cap 46 = Vita Hludowici Imperatoris 634 cap. 46).
      Bei der Identifizierung des Grafen Konrad mit Judiths Bruder war vorausgesetzt, dass eine weitere, bisher noch nicht erwähnte St. Galler carta aus der Mitte des 9. Jahrhunderts stammt (W II Nr. 417). Die Urkunde betraf die Freilassung eines Hörigen in uilla Hostrahun (Hoftrahun), die in Anwesenheit der Königsboten Salomon und Reginolf sowie Hiltibalds, des missus Honrati comitis, vorgenommen wurde. Der ungewöhnliche Schlußvermerk sub Honrato duce nobilissimo bezog sich offenkundig auf die in der Urkunde vorher comes genannte Person. Da die Herkunft des Freigelassenen aus dem Dokument nicht erhellt und die Identität des Actumortes umstritten ist, darf Honratus aufgrund der Urkunde nicicht als Graf im Linzgau (so Meyer von Knonau, Geschlechtskunde 76 A. 6), im Eritgau (so Baumann, Gaugrafschaften 76, Knapp 206), in der Goldineshuntare (so Jänichen und Bilgeri, Geschichte Vorarlbergs I 73), im Alpgau so Bauer) bzw. als Vorstand eines schwäbischen Huntarensystems betrachtet werden (so Jänichen 130, 137f., s. Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 149). Wartmann hat das dreiteilige Datum nach der Epoche des Vertrags von Verdun aufgelöst und den 8.10.851 errerechnet. Der dux bzw. comes Honratus wäre demnach in der Zeit Konrads nachgewiesen und sicher mit diesem zu identifizieren. Da Ludwig der Deutsche in der Datierung als "König der Alemannen und Bayern" bezeichnet wird, könnte sich die Jahresangabe aber auch auf die bayerische Epoche Ludwigs von 826 beziehen; auch dabei ergäbe sich mit dem 8.10.834 ein widerspruchsfreies Datum (s. Borgolte, Kommentar: zu Nr. 417). Setzt man diese Ausstellungszeit der Urkunde voraus, so dürfte Honratuswegen des auszeichnenden Titels dux nobilissimus sicher ebenfalls mit dem Schwager des Kaisers gleichgesetzt werden; die politische Übereinstimmung LUDWIGS DES FROMMEN und Ludwigs des Deutschen im Jahr 834 (s. Dümmler I 90-112) ließe durchaus die Vermutung zu, dass der WELFE mit Verwaltungsaufgaben in Alemannien betraut worden war und seine Beauftragten neben Boten Ludwigs des Deutschen in Erscheinung traten. Andererseits gäbe es wohl keinen ausreichenden Grund, den dux (bzw. comes) von dem seit 839 häufiger genannten Grafen zu trennen. Freilich wäre bemerkenswert, dass so nach dem ersten Nachweis Konrads eine Beleglücke von mehr als 4 Jahren entstünde.
      Vorderhand gibt es keine durchschlagenden Argumente für eine der beiden diskutierten Lösungen, ja man muß sogar noch mit anderen Jahren rechnen, wenn Schreiber Watto von gebräuchlicheren Epochen ausgegangen war und eines der 3 Zeitelemente falsch angegeben hatte. Es bleibt aber festzuhalten, dass wahrscheinlich alle zitierten Belege auf dieselbe Person, den Bruder Judiths, bezogen werden können.
      Die Grafentätigkeit in Alemannien war nur ein Aspekt der politischen Aktivitäten Konrads. Als bedeutender Adliger mit reichsweiten Beziehungen, als "Reichsaristokrat" im Sinne Tellenbachs (Königtum und Stämme 53), ist der Bruder Judiths oftmals hervorgetreten. 842 verhandelte er im Auftrag Ludwigs des Deutschen und KARLS DES KAHLEN mit Kaiser LOTHAR (Dümmler I 181f.), und 20 Jahre später, im November 862, erscheint er als Berater Ludwigs und Lothars II. bei deren Zusammenkunft mit KARL in Savonnieres (Annales de Saint-Bertin 94f.; Dümmler II 43f.). Konrad war verheiratet mit Adelheid , einer Tochter des ETICHONEN Hugo (Vollmer; Levillain, L'Alsace 177; Wilsdopf, Les Etichonides 23f.), durch die der Name Eticho in den Zweig der süddeutschen WELFEN gekommen sein dürfte (Fleckenstein 125 A. 287, vgl. 122 mit A. 275; Sepp; Welf II); in Saint-Germain d'Auxerre ließen Konrad und seine Gemahlin seit 841 neue Krypten errichten, die am 6.1.859 durch KARL DEN KAHLEN ihrer Bestimmung übergeben wurden (Wollasch 191f.,206, 208f., mit Angabe weiterer Quellen aus dem westfränkischen Gebiet). Nach einer Anspielung Walahfrid Strabos, der ihm auch ein eigenes Gedicht gewidmet hat (Walahfridi Strabi Carmina 387), scheint Konradauch mit Saint-Maurice d'Agaune in Verbindung gestanden zu haben (Walahfridi Strabi Carmina 369; Fleckenstein 93 A. 123; Tellenbach, Der großfränkische Adel 63; Önnerfors, Walahfrid 101).
      Für das Geschlecht Konrads, die WELFEN, wurde von herausragender Bedeutung, dass Konrads Söhne Hugo und Konrad der Jüngere um 858/59 von Ludwig dem Deutschen zu KARL DEM KAHLEN übergingen (Annales Fuldenses 51 ad a. 858; Dümmler I 442; BM Nr. 1436d). Fleckenstein (Welfen 123-126) hat den Parteiwechsel Hugos und Konrads des Jüngeren als Zäsur in der älteren Geschichte der WELFEN angesehen, als "Bruch, wenn nicht im genealogischen, so jedenfalls im historischen Sinne". Er bezeichnete 859 als Epochenjahr des Geschlechts, da sich seither in Burgund und S-Deutschland zwei eigenständige, miteinander offenbar nicht in Verbindung stehende Zweige entwickelt hätten, deren Angehörigen die Überwindung der Teilreichsgrenzen nicht mehr gelingen sollte (s.a. Art. Welf II, vgl. Schmid, Welfisches Selbstverständnis 409, Metz 158f.). Im selben Zusammenhang wurde das Ende der "privaturkundlichen" st. gallischen Belegkette für Konrad, das nach Wartmanns Reduktionen ins Jahr 856 gefallen sein sollte (Nr. 450), auf eine Vergeltungsmaßnahme Ludwigs des Deutschen zurückgeführt (Fleckenstein 123 f.). Nun zeigt sich aber bei genauerer Betrachtung der St. Galler cartae mit Konrads Namen in der Grafenformel, dass die Belege schon 849 ausgelaufen sein könnten; die chronologische Entsprechung zwischen reichspolitischen Ereignissen und der alemannischen Urkundenüberlieferung, die Anlaß für die Vermutung einer Ablösung Konrads um 859 gegeben hatte, ist also nicht gesichert. Neben oder nach Konrad ist in der Bodenseegrafschaft Welf (II) bezeugt, der aufgrund seines Namens als Verwandter, vielleicht weiterer Sohn Konrads anzusehen ist. Auch die Welf betreffenden Urkunden W II Nrn. 452,457 und 462 müssen nicht erst aus den Jahren 857/58 (so Wartmann) stammen. Andererseitits kann Udalrich (IV), sicher kein WELFE, schon 854/55, also vor 858/59, an die Stelle oder neben Konrad und Welf (II) getreten sein (s.a. Art. Pabo). Eine Frühdatierung des 1. Belegs für Udalrich hat um so mehr für sich, als Ludwig der Deutschche seit ca. 853/54 seine Herrschaftsgrundlagen in Alemannien allenthalben erneuert hat (s. Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 194 und bes. 123). Es könnte also sein, dass Udalrich (IV) die WELFEN mit Unterstützung König Ludwigs am Nordufer des Bodensees verdrängte und so den Übergang Hugos und Konrads des Jüngeren zu KARL DEM KAHLEN mit herbeigeführt hat.


      Am 1.4.861, jedenfalls nach den letzten Belegen für Konrad und Welf (II) in der Grafenformel, aber auch sicher nach dem 1. Zeugnis für Udalrich (IV) am Bodensee, hat Ludwig der Deutsche einen Tausch des Grafen Konrad mit Abt Grimald von St. Gallen im Linz- und Argengau bestätigt (D LdD Nr. 103). An der Identität diesesKonrad mit Konrad kann kaum gezweifelt werden. Wenn Konrad noch nach 858/59 im Linz- und Argengau über Güter verfügt hat, fragt es sich, weiche Rolle er damals in Alemannien gespielt hat. Zur Beantwortung dieser Frage muß die Königsurkunde sorgfältig analysiert werden; dabei sollen auch andere Tauschbestätigungsurkunden Ludwigs, die offenbar auf dasselbe oder verwandte Formulare in der Kanzlei zurückgehen, zum VVergleich herangezogen werden (DD Nrn. 39,88,127,159f.). Besonders hilfreich sind die Analogiefälle bei der Interpretation des narrativ dargelegten Tauschgeschäftes zwischen Konradund Grimald. Die betreffenden Sätze lauten: Dedit itaque praefatus Chuonratus praedicto abbati ad monasterium sancti Galli in comitatu Linzigauge in loco nuncupato Eigilesuuilare unam basilicam et casam cum curte ceterisque edificiis ac de terra culta LX iugera in Foraste iacentia nec non et unum novale iacentem in marcha Argungaunensium inter Eigilesuuilare et Forastum et Rotinbabc situm. Et ecentra accepit a supradicto abrate ex parte monasterii sancti Galli hobas III plenzter emensas inter Richinbach et Liubilinuuang sitas, ea videlicet ratione ut utraque pars accepti ius concambii perpetuis deinceps temporibus inconvulsum et inviolabile absque ullius inquietudine vel repetitione possideat. Bemerkenswerterweise fehlt in dem Diplom jeder ausdrückliche Hinweis auf eine übergeordnete königliche Verfügungsgewalt an den Tauschobjekten, den man bei dem Akt einer herrscherlichen confirmatio erwarten darf. In allen anderen Diplomen Ludwigs mit einem entsprechenden Rechtsgeschäft wird von einer proprietas regis (D Nr. 39) gesprochen oder doch verdeutlicht, dass der Taisch selbst mit königlicher Erlaubnis zustande gekommen war (per licentiam nostram: DD Nrn. 88,127,159f.). Kein Zweifel: Ludwig der Deutsche hat bewußt vermieden, ein königliches Obereigentum in Eigilesuuilare, FForaste und Rotinbahc zu betonen und daraus eine Weisungsgebundenheit Konrads abzuleiten. Die Narratio des Diploms kann man aber nur voll verstehen, wenn man den folgenden, meist übersehenen Passus dazunimmt: Insuper etiam ex nostra largitione ad praefatum monasterium concedimus, ut ipsa familia in ipsa cellula manens potestatem habeant materia et ligna cedendi et pasturam animalibus, qui in eadem cellula sunt, hoc est in iumentis et bubus et ovibus et porcis atque capris. Ludwig schenenkte also den Leuten bei der basilica von Eigelesuuilare das Recht freier Holzung und Hütung. Damit ist klar, dass der König in oder bei den genannten Ortschaften eigene Besitzrechte hatte, die von denen Konradsüberlagert waren. Königsgüter oder doch gräfliches Amtsgut war offenbar in die Verfügungsgewalt Konrads so weit übergegangen, dass die Eigentumsverhältnisse unklar oder strittig erscheinen konnten. Wenn dies so ist und wenn Ludwig den Eindruck vermeidet, der Tausch sei auf seine Veranlassung hin erfolgt, liefert das Diplom keine Argumente für weiterbestehende Grafenrechte Konrads im Comitat am Bodensee (anders Schulze 84). Allerdings zeigt die Urkunde auch, dass Udalrich (IV) bei seiner Amtsführung noch mit gewichtiger welfischer Präsenz rechnen mußte.
      Bis zum April 861 hat es gedauert, ehe Konrad von angemaßten oder zugestandenen Besitzrechten in seiner vormaligen Grafschaft gelassen hat. Auch jetzt wurde er aber nicht ganz aus der Bodenseegegend verdrängt. Im Tausch erhielt er aus St. Galleler Klosterbesitz 3 Hufen zwischen Rickenbach und einem Ort an der Leiblach. Welches Gewicht die Neuerwerbungen hatten, läßt sich nur schwer ermessen, doch will beachtet sein, dass Leiblach ausgerechnet in der Zeit Graf Welfs (II) als bevorzugteter Actumort St. Galler Urkunden erscheint (W II Nrn. 452,457,462; s. Meyer von Knonau, Besitz 200f.). Die Tatsache, dassKonrad im Argengau sogar über 861 hinaus begütert bleibt, schwächt zumindest hinsichtlich seiner Person die Vorstellung eines Bruchs in der WELFEN-Geschichte von 859 ab (vgl. Metz und Schmid, Welfisches Selbstverständnis 409).
      Nach der welfischen Historiographie hat Heinrich "mit dem goldenen Wagen", der angebliche Vater des Bischofs Konrad von Konstanz (934-975), von einem Kaiser ein beträchtliches Lehen erworben (Fleckenstein 128-131; s.a. Art. Heinrich). Aus dem Annalista Saxo (764 Z. 21 f.) und dem Anhang IV zur Sächsischen Weltchronik (275 Z. 12f.) scheint hervorzugehen, dass dieses Lehen an der Schussen nördlich von Tettnang lag (König, in: Historia Welforum 140f. A. 255, zustimmend Fleckenstein 130, Oexele, Die "sächsische Welfenquelle" 456f.); dort hat Ernst auch das von Konradweggegebene Gut vermutet (vgl. Borgolte, Kommentar: zu Nr. 479). Trifft die Erzählung über Heinrich zu, dann hätte dieser also im selben Bereich wie früher Konrad königliche Güter erworben. Schmid (Welfisches Selbstverständnis 406-408) konnte durch eingehende Interpretation der welfischen Quellen zeigen, dass alle Heinrich verliehenen Züge vorzüglich auf den in den Quellen gut faßbaren Konrad zutreffen. Wenn man daraus mit Metz und Bilgeri (73, vgl. auch Dreher, Ravensburg 72 und Dens., Geschichte 151) folgert, dass bereits Konrad den Schussengau erworben hat, in dem später das welfiische Hauskloster Altdorf-Weingarten errichtet werden sollte (vgl. Oexele, Konrad von Konstanz 28ff.), ließe sich diese Sicht durchaus mit D LdD Nr. 103 vereinbaren. Das Tauschgeschäft spricht ja keineswegs gegen die Möglichkeit weiterbestehender Eigengüter Konradsund seiner Verwandten an anderen Orten derselben Gegend, aus denen sich die Hausmacht der hochmittelalterlichen WELFEN entwickelt haben könnte.
      In Verbrüderungsbüchern glaubt man, Konrad zweimal nachweisen zu können (Tellenbach, Welfen). Auf der 1. Seite der NOMINA AMICORUM UIUENTIUM des Reichenauer Codex steht im Anschluß an karolingische Herrscher und ihre Frauen die Sequenz: Heiluuig, Cbuonrat, Ruadolf, Ruadroh, Hemma, Morentio (98A2). Davon dürften der Name Heilwig die Gemahlin des älteren Welf (I) , Chuonrat, Ruadolf und Hemma deren Kinder, Geschwister der Kaiserin Judith , bezeichnen. Für die Identität des Chuonrat mit Konrad und gegen jüngere WELFEN desselben Namens spricht die Zeit des Eintrags, die kurz nach der um 82824 erfolgten Anlage gelegen haben dürfte (Schmid, Probleme einer Neuedition 58; SCOPO). Weniger gesichert erscheint mir die Vermutung, dass Konrad auch im folgenden Eintrag des Gedenkbuches von Pfäfers genannt ist (pag. 165): Pro Rodulfo comite, Rodulf, Raduna, Hemma, Heiluuic, Velf, Chvanrat, Liutfred, Varrat (...). Offenbar steht am Beginn Rudolf, der Sohn der folgenden Rodulf und Roduna; dann sind die Eltern des zweiten Rudolf, Heilwig und Welf (II) genannt. In der Generation des Grafen Rudolf gab es aber Konrad den Jüngeren , den Sohn Konrads, und Konrad , den Bruder Rudolfs und Grafen von Paris. Es muß also mit Chvanrat keineswegs Konrad gemeint sein (anders Tellenbach 337). Der Cuonradus comes im ottonen-zeitlichen Teil des Reichenauer Verbrüderungsbuches (135A') bezeichnet einen Grafen des 10. Jahrhunderts (Schmid, Kuno von Öhningen 83 ff.; Zettler, Studien 18).
      Der Beleg der Annales Bertiniani zum November 862 (s.o. S. 167) bietet den terminus post quem für Konrads Tod. Sepp (1 A. 2) gibt ohne Beleg den 16.2.863 als Todestag an (vgl. zuletzt JORDAN 295). In einem St.Galler Necrolog des 10./11. Jahrhunderts ist zum 21. September der Obitus Chuonradi comitis vermerkt (Necrologium monasterii sancti Galli 481), bei dem Dümmler und Wartmann (St. Galler Todtenbuch 68) ebenfalls an Konrad gedacht haben. Die Angabe Wollaschs (210), Konradhabe 864 noch gelebt, beruht auf einem Mißverständnis der Annalen von Saint-Bertin zum Jahr 864 (Annales de Saint-Bertin 111).
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      Schmid Karl: Seite 444
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      "Gebetsgedenken"
      Und was über Etichos Sohn Heinrich im welfischen Erzählgut gesagt wird, trifft nicht weniger trefflich auf Welfs Sohn Konrad den Älterenzu. Als Heinrich wehrhaft und mündig geworden sei, habe er sich ohne Wissen seinenes Vaters zum Kaiser begeben, mit diesem Freundschaft geschlossen und ihm die Lehenshuldigung geleistet, nachdem er das ganze Reich kennengelernt hatte. Auf diese Weise wäre der Bruder der Kaiserin Judith nicht gerade schlecht charakterisiert, der in der Weite des karolingischen Imperiums als kaiserlicher Beauftragter und am Hof des Kaisers als Ratgeber in Erscheinung trat. Dazu kommt, dass der Landgewinn der WELFEN in Oberschwaben durch die Belehnung von seiten des Kaisers, der nach dem Erzählgut Heinrich gelungen sein soll, weit besser in den historischen Kontex der älteren WELFEN paßt. Denn unter LUDWIG DEM FROMMEN haben die WELFEN mit Konrad dem Älteren nachweislich in Oberschwaben festen Fuß gefaßt, während der Schussengau, das Kerngebiet der späteren WELFEN-Herrschaft, noch im Jahre 816 als königlicher Fiskus bezeugt ist. Judiths Bruder Konrad tritt als 1. welfischerGraf und Inhaber von Besitztiteln im Bereich der späteren Kernlande der süddeutschen WELFEN auf, so dass die Forschung die Meinung vertritt, die Heirat Judiths mit LUDWIG DEM FROMMEN habe die Festsetzung der WELFEN in Oberschwaben ermöglicht.
      Tatsächlich verlieren sich mit dem Weggang Konrads des Älteren aus dem Reich König Ludwigs des Deutschen im Jahr 859, dem "Epochenjahr" der älteren welfischenGeschichte, die Spuren der WELFEN im O-Frankenreich nach und nach: in Oberschwaben, wo Konrad gewaltet hatte, schneller als in S-Alemannien und in Rätien, wo die Nachfahren des westfränkischen Rudolf wenigstens vorübergehend auftauchen und vielleicht sogar zum Zuge gekommen sind. Über kurz oder lang aber bahnte sich im Osten erneut eine Zeit welfischer Königsferne an, in der jener Zweig des Geschlechtes, der vom großen und berühmten welfischen Sippenkreis in zunehmender Absonderung lebte, neue Wege des Aufstiegs suchen mußte.
      Fleckenstein Josef: Seite 119
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      "Die Herkunft der Welfen"
      Konrad der Ältere und sein Bruder Rudolf waren willige und tatkräftige Helfer ihrer Schwester Judith . Die Quellen kennen beide als einflußreiche consiliarii am H Hofe, die Niederlage und Triumph mit ihrer kaiserlichen Schwester teilten. Vor allem hat Konrad, der ältere der beiden Brüder, obwohl er am Hofe und im Westen des Reiches nicht weniger stark engagiert war, trotzdem dabei die welfischePosition in Schwaben gehalten. Sie bestand allerdings zunächst wohl nur aus den noch nicht gerade umfangreichen welfischen Eigengütern. Ob er auch bereits über Fiskalgüter verfügen konnte, ist unbekannt, wenn auch nicht ohne weiteres ausgeschlossen. Sicher war das Ganze nicht so viel, dass er, nur darauf gestützt, schon mit den mächtigen Geschlechtern Schwabens rivalisieren konnte. Aber es war eine Grundlage, die bei den engen Beziehungen Konradszum Hofe leicht erweitert werden konnte, jedenfalls dann, wenn es im Interesse des Königs lag. Und es kann kein Zweifel bestehen, dass dieses schließlich auch den Ausschlag gab, dass Konradim Januar 839 plötzlich als Graf im Argengau in Erscheinung trat, wo zwei Menschenalter früher sein Vorfahre Ruthard gewaltet hatte. Der neue Machtzuwachs Konrads wurde veranlaßt durch eine Wendung im Kampf LUDWIGS DES FROMMEN gegen seine Söhne, nachdem er erneut eine Vergrößerung der Ausstattung seines jüngsten Sohnes KARL durchgesetzt hatte, die Ludwig der Deutsche vergeblich zu verhindern suchte. Gerade Anfang Januar mit Waffengewalt nach Bayern zurückgeschlagen, war Ludwig gezwungen, Ostfranken und Schwaben wieder aufzugeben; ein Schlag, der zugleich auch seine schwäbischen Anhänger traf.
      839 wird Konradein zweites Mal im Argengau erwähnt, noch im gleichen Jahre auch im Eritgau und im Albgau, 844 im Linzgau, 853 schließlich noch im Rheingau. Wir hören nie, dass er etwa auf den Widerstand der ULRICHE gestoßen sei, die doch in deen meisten dieser Gaue begütert waren. Dass es Konradgelang, seine Stellung auch noch zu behalten, als Schwaben 842 wieder dem Reichsteil Ludwigs des Deutschen zugeschlagen wurde, obwohl er sie ursprünglich doch nur dessen Niederlage zu verdanken hatte, mag zum Teil für sein gutes diplomatisches Geschick sprechen, wobei ihm wahrscheinlich auch zustatten kam, dass Ludwig sein Schwager war. Aber Ludwig hat in diesen Jahren überhaupt nur sehr zurückhaltend in Schwaben eingegriffen; wahrscheinlich, weil er der Tatsache Rechnung tragen mußte, dass der Großteil des führenden alemannischen Adels noch weiterhin auf seiten LOTHARS I. stand.
      Konrad sah sich denn auch durch den Herrscherwechsel keineswegs zu einer Umorientierung genötigt; vor allem änderte der Wechsel nicht, dass er weiter mit KARL DEM KAHLEN in guter Fühlung blieb. Für ihn, der selbst an den Vorverhandlungen zum Vertrag von Verdun beteiligt war, bedeuteten die Teilreiche offenbar nichts anderes als eben Teile, die auch weiterhin zusammengehörten. So hinderte ihn seine gräfliche Funktion in den Gauen um den Bodensee nicht daran, dass er gleichzeitig Laienabt von Saint-Germain in Auxerre (um 846) und vielleicht ebenda sogar auch Graf wurde.
      Seitdem hat Konrad zugleich im Reichsteil Ludwigs des Deutschen wie in dem KARLS DES KAHLEN gewirkt. Es erscheint allerings, dass er sich bald dem Westen stärker als dem Osten gewidmet hat, da er in den schwäbischen Gauen wohl noch erscheint (im Rheingau zuletzt im Jahre 855, im Argengau 856), aber seit 849, also schon bald, nachdem er uns in Auxerre begegnet, in Welfo, zweifellos einem Angehörigen seines Geschlechtes, einen zweiten Grafen neben sich hat, mit dem er wechselweise urkundlich erwähnt ist. Das kann jedoch zunächst nicht mehr als eine Entlastung bedeutet haben, keineswegs etwa eine Ablösung; denn Konrad hat sich ja doch weiter an der Verbindung mit Schwaben festgehalten.
      Er hat aber darüberhinaus auch noch versucht, sich im Mittelreich LOTHARS festzusetzen [Robert Parisot nimmt an, dass Konrad überhaupt den Dienst KARLS DES KAHLEN mit dem LOTHARS vertauscht habe. Entscheidend bleibt, dass er und seine Söhne sicich zu dieser Zeit über alle 3 Teilreiche verteilten. Auch verwandtschaftliche Bande verknüpften ihn mit allen 3 Herrschern: Konrad der Ältere war durch seine Schwester Judith Onkel KARLS DES KAHLEN, durcrch seine zweite Schwester Hemma Schwager Ludwigs des Deutschen und durch seine eigene Heirat Onkel Lothars II.]. Und es war ihm im Jahre 853 schon fast geglückt, das Kloster Leberau als Prekarie an sich zu bringen: Im gleichen Jahre richteten die auf der Synode zu Verberie versammelten Bischöfe ein Schreiben an ihn, in dem sie ihm die Entfremdung des Klosters untersagten. Vielleicht ist es ihm aber damals gelungen, den Niederhof in Kolmar, den wir unter den Eigengütern Heinrichs mit dem goldenen Wagen kennengelernt haben, zu erlangen - womit um so mehr gerechnet werden darf, als nach Konrad keiner der frühen WELFEN mehr im Elsaß quellenmäßig greifbar wird.
      Diese Bestrebungen sind außerordentlich bedeutsam. Denn sie machen deutlich, wie Konradund seine Söhne über die einzelnen Teilreiche hinweggriffen, wie sie gleichsam die Grenzen aufhoben, weil sie und damit ihr Geschlecht nicht mehr nur einen Teil, sondern im ganzen Reich beheimatet waren.
      Bei den WELFEN schien es zunächst, als ob sie durchaus in der Lage wären, sich über alle Sonderungen hinwegzusetzen. Selbst als KARL DER KAHLE, der Neffe Konrads, der diesem die frühere Hilfe jetzt durch seine Förderung vergalt, plötzlich in Bedrängnis geriet und eine Adelsopposition, an deren Spitze alte Rivalen der WELFEN standen [An der Spitze der Opposition standen die Verwandten der Gemahlin KARLS DES KAHLEN Irmintrud, die Familie der Grafen Adalhard.], 858 Ludwig den Deutschen ins Land rief, gewannen Konrad und seine Söhne diesem Wechsel der Dinge sogleich die für sie vorteilhafteste Seite ab. Gestützt auf ihre Beziehungen zu Ludwig dem Deutschen, dem Konradja als Graf in Schwaben ohnehin unterstand, schlugen sie sich einfach auch hier auf seine Seite. Trotz dieses offenkundigen Treubruchs gegenüber KARL DEM KAHLEN nahmen sie indessen auch zu ihm die Verbindung wieder auf, was ihnen Ludwig der Deutsche auch noch selbst ermöglichte, indem er die SöhneKonrads, Konrad den Jüngeren und Hugo , beauftragte, seinen nach Burgund entflohenen Bruder dort zu überwachen. Während aber im Westreich, nach dessen Krone Ludwig bereits griff, die Unzufriedenheit mit dem herbeigerufenen ostfränkischen Herrscher wuchs, gingen die WELFEN plötzlich im Januar 859 offen zu KARL DEM KAHLEN über und fielen dem ahnungslosen Ludwig dem Deutschen in den Rücken. Indem sie seinen Eroberungszug zum Scheitern brachten, retteten sie KARL DEM KAHLEN die Krone.
      Im Januar 859 haben die WELFENdurch ihre radikale Schwenkung eine Entscheidung herbeigeführt, die für ihr eigenes Schicksal bestimmend wurde. Der Schwenkung lag ohne Zweifel eine nüchterne Berechnung ihres größeren Vorteils zugrunde. Und der Lohn, den sie von KARL DEM KAHLEN erhoffen durften, blieb in der Tat nicht aus. Aber die Rechnung ging dennoch nur zur Hälfte auf. Konnten sie vorher noch die Teilreichsgrenzen ignorieren und ihre Besitzungen, wo immer sie lagen, einheitlich zusammmmenfassen, so war ihnen diese Möglichkeit fortan genommen, da sie die Freundschaft KARLS DES KAHLEN auf diese Weise nur um den Preis der Feindschaft Ludwigs des Deutschen neu erworben hatten. Das aber bedeutet, dass der Gewinn im Westen im Osten zu bezahlen war.
      Wenn Konrad der Ältere jetzt verständlicherweise seine Grafschaften in Schwaben verlor, so mochte er selbst vielleicht noch den Verlust verschmerzen, da sein Einfluß im Reich KARLS DES KAHLEN entsprechend gestiegen war. Aber Welf, der neben ihm als Graf im Argen-, Linz-, Alb- und Rheingau hervorgetreten war und seine Stellung mit ihm zugleich verlor, blieb ohne entsprechende Entschädigung, die natürlich nur im Westreich zu erwarten war.



      oo Adelheid von Tours, Tochter des Grafen Hugo, Schwägerin Kaiser LOTHARS I.
      - nach 866



      Kinder:

      Welf I. Graf im Argen- und Linzgau (- vor 876)

      Hugo "der Abt" (-12.6.886)

      Konrad II. Graf von Auxerre (- vor 876)
      Stammvater der Könige von Burgund

      Rudolf (- früh verstorben)


      Literatur:
      -----------
      Borgolte Michael: Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit. Eine Prosopographie. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1986 Seite 142,147,165-170,200,214,227,259,289 - Borgolte Michael: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit. Vorträge und Forschungen Sonderband 31 Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1984 Seite 75,147,167,169,187,193-195, 238,242,254 - Boshof Egon: Ludwig der Fromme. Primus Verlag Darmstadt 1996 Seite 180,183,186 - Dümmler Ernst: G Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 59, 176,421,465,485,518 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag 1993 Seite 2 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 120,129 - Schmid Karl: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983 Seite 262,444- Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 50,53,58,59, 61-66,117 -

      =================================================================

      euweb.dir\welf1.html

      A2. Conrad I, Ct of Paris and Auxerre, +after 862; m.Aelis, dau.of Ct Hugo of Tours

  • Sources 
    1. [S1] Ancestral File (TM).

    2. [S33] http://vandermerwede.net/.

    3. [S13] bright.ged.

    4. [S54] jean-pierre_masson.

    5. [S23] AUREJAC.GED.

    6. [S88] Vergy_Hugo_I.